Gesunde Abgrenzung - Lebensfreude-Blog

Gesunde Abgrenzung

Wozu Abgrenzung?

Eine gesunde Abgrenzung bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen, aber auch die seiner Mitmenschen zu respektieren. Diese Grenzen zu achten bildet die Grundlage für ein harmonisches Miteinander. Häufig kommt es aber zu Missverständnissen oder gar Konflikten, weil diese Grenzen entweder nicht gekannt, nicht geachtet oder aggressiv eingefordert werden.

Manchen Menschen fällt es schwer, bei sich selbst zu bleiben und sich selbst zu spüren, wenn sie mit anderen Menschen zusammen sind. Sie bemerken oft erst im Nachhinein, dass sie sich anderen gegenüber nicht abgrenzen konnten. Meist fühlen sie sich danach leer, erschöpft oder übergangen.

Andere wiederum kennen zwar ihre eigenen Grenzen und nehmen sie auch im Zusammensein mit anderen wahr, doch sie trauen sich nicht, ihre eigenen Grenzen entsprechend einzufordern. Sie sind der Meinung, sie hätten nicht das Recht dazu, sich anderen gegenüber abzugrenzen.

Nicht zuletzt gibt es auch die Menschen, die sich sehr schnell angegriffen fühlen und ihre Grenzen oft schon im Vorfeld verteidigen, was schnell zu Konflikten führen kann.

Wie gut kennst du deine Grenzen?

Seine eigenen Grenzen zu kennen und sich entsprechend abgrenzen zu können ist schon in normalen Alltagssituationen extrem wichtig. Noch wichtiger wird eine solche Abgrenzung in Extrem-Situationen, wie wir sie im Augenblick erleben. Hier dient eine gesunde Abgrenzung als Selbstschutz.

Doch, wie schaffen wir es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen? Wie können wir bei uns bleiben und unsere Grenzen respektvoll einfordern? Kennst du deine Grenzen? Weißt du, was du dir zumuten kannst oder wann du besser „STOPP“ sagst, um gut für dich selbst zu sorgen?

Stop - Eigene Grenzen achten

Die eigene Grenzen aktivieren und wahrnehmen

Besonders für die Menschen, die sehr empathisch sind oder denen es schwer fällt, bei sich selbst zu bleiben, wenn sie mit anderen zusammen sind, ist es besonders wichtig, die eigenen Grenzen zu aktivieren. Aber auch für alle anderen ist es wertvoll, die eigenen Grenzen entsprechend bewusst wahrnehmen zu können. Hierfür habe ich vor vielen Jahren eine wundervolle Übung entdeckt, die ich selbst jeden Morgen mache. Mit dieser kleinen Übung regst du deine „Körpergrenze“ an, deine physische und psychische Außengrenze. Durch diese Aktivierung nimmst du dich und deinen Körper ganz bewusst wahr. Gleichzeitig wird dein Immunsystem angeregt, was im Augenblick durchaus hilfreich sein kann 😉.

Im Video erkläre ich, gemeinsam mit Michael diese Übung 😊 – mach doch am besten gleich mit…

Durch das Abklopfen des gesamten Körpers werden Flüssigkeiten und Energien angeregt, zur Hautoberfläche zu fließen. Dies steigert einerseits die Empfindung und Erfahrung von Präsenz und Lebendigkeit und andererseits aktivierst du „deine Körpergrenzen“ und damit auch dein Immunsystem.

Grenzen achten

Die eigenen Grenzen wahrnehmen zu können ist der erste Schritt. Mindestens genauso wichtig ist, sich dieser Grenzen bewusst zu bleiben und sie zu achten. Diese Bewusstheit zu halten kann jedoch schwierig werden. Besonders dann, wenn viele Eindrücke und Informationen innerhalb kurzer Zeit auf uns einströmen, aber auch wenn wir mit vielen Menschen über einen längeren Zeitraum innerhalb eines begrenzten Raumes zusammen sind. Das können beispielsweise Urlaubs-, Schulungs- oder Seminar-Situationen sein, ebenso wie die Corona-Quarantäne mit der Familie.

Wer es in diesen Situationen schafft, sich seiner eigenen Grenzen bewusst und mit sich selbst achtsam zu bleiben, erkennt meist sehr schnell, wann es für ihn selbst zu viel wird. Bestenfalls kann er das auch respektvoll kommunizieren, bevor es eskaliert. Achtsamkeit ist hier besonders gefragt. Wie nützlich Achtsamkeit ist und wie sie dir helfen kann dich selbst besser zu verstehen, erfährst du hier „Wie Achtsamkeit hilft, den Körper zu verstehen“.

Gesunde Abgrenzung als Selbstfürsorge und zum Selbstschutz

Wie wichtig Abgrenzung werden kann, merken wir spätestens seit der Flut an Informationen und Schreckensnachrichten, die wir zurzeit in allen Medien zu hören und zu sehen bekommen.

Mir selbst ging es so, dass ich mich in diesen Tagen dabei ertappte, zu viele Nachrichten zu konsumieren. Ich ließ es auch zu sehr an mich ran. Mir schien es vorrangig wichtig, informiert zu bleiben. Doch dabei überging ich meine eigenen Grenzen. Nach wenigen Tagen bemerkte ich, wie mein Geist immer unruhiger wurde und mein Körper mit einer Art „Völlegefühl“ reagierte. Dieses Völlegefühl fühlte sich ähnlich an, wie das Völlegefühl nach einem viel zu üppigen Essen: Schwerfällig, unkonzentriert, schlapp, antriebslos und einfach müde. Das war für mich das Zeichen, etwas zu ändern.

Ich stellte mir folgende Fragen:

  • Wie viele Nachrichten brauche ich tatsächlich, um informiert zu bleiben?
  • Wie viel Zeit will ich auf Social-Media-Plattformen verbringen?
  • Worauf will ich meinen Fokus richten? – Was ist mir wichtig?
  • Wo kann ich mich rausnehmen?
  • Wo kann ich etwas beitragen, das uns allen helfen kann?
  • Was tut mir gut und hilft mir, bei mir selbst zu bleiben und mich nicht „verrückt“ machen zu lassen?

Nachdem ich mir diese Fragen beantwortet hatte und mich von da an bewusst abgrenzte, ging es mir augenblicklich besser. Ich habe die Zeiten des Nachrichten-Konsums und die Zeiten auf Social-Media-Plattformen gezielt eingeschränkt. Denn, diese viele Nachrichten und unterschiedlichen Meinungen zerstreuten meinen Geist und ich verlor den Zugang zu meiner eigenen inneren Wahrheit. Jetzt gibt es Nachrichten und Social Media nur noch in kleinen Mengen dosiert, stattdessen höre ich öfter auf mein Herz 😊.

Vielleicht geht es dir ja ähnlich? Wo kannst du mit einer gesunden Abgrenzung für einen guten Selbstschutz sorgen?

Gesunde Abgrenzung innerhalb der Familie

Nicht nur in Zeiten von Corona kann es wichtig sein, sich innerhalb der Familie abzugrenzen. Je länger und enger man jedoch mit allen Familienmitgliedern zusammen ist, umso wichtiger wird es. Hier gilt es ganz besonders die Grenzen jedes einzelnen Familienmitglieds zu achten. Nicht jeder Mensch ist gleich. Manche brauchen mehr, andere wiederum brauchen weniger Zeit für sich. Dies gilt es zu respektieren. Jedes Familienmitglied sollte ein Recht darauf haben, „Zeit für sich“ zu bekommen. Hier sind Absprachen notwendig, um sich gegenseitig den persönlichen Rückzug zu ermöglichen. Auch den Kindern sollte der Freiraum gewährt werden, den sie benötigen, um beispielsweise für sich zu spielen.

Fragt euch doch gegenseitig, was jedem Einzelnen von euch gut tut. Was möchte jeder gerne für sich machen und wie viel Zeit bräuchte er dafür? Wer möchte was, gemeinsam mit der ganzen Familie oder nur mit einzelnen Familienmitglieder machen? Darüber zu sprechen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, schafft Nähe und Verbundenheit. Und vielleicht erfahrt ihr dabei ja noch etwas über die anderen, was ihr bisher noch gar nicht bemerkt hattet. 😉

Erarbeitet zusammen mehrere Möglichkeiten, wie ihr den notwendigen Rückzug für jedes einzelne Familienmitglied schaffen könnt. Konkrete Absprachen sind umso wichtiger, wenn es Familienmitglieder gibt, die besondere Aufmerksamkeit brauchen, wie Kleinkinder, behinderte oder pflegebedürftige Personen.

Schreibt euer Ergebnis auf einen großen Zettel, den ihr am besten so aufhängt, dass ihn jeder sehen kann. So bleibt es für alle in Erinnerung 😉.

Gesunde Abgrenzung zur Arbeit

Arbeiten im Home-Office erfordert eine weitere wichtige Abgrenzung. Wer Zuhause arbeitet merkt oft schnell, dass es sehr schwierig wird, Arbeit und Privates zu trennen. Die Übergänge sind fließend. Umso wichtiger wird es, hier klare Grenzen zu schaffen. Denn jeder von uns braucht auch die Zeit der Erholung. Eine Zeit, in der die Arbeit einfach liegen bleiben darf. Gleichzeitig darf Privates auch nicht zu sehr von der Arbeit ablenken.

Hier ein paar einfache Tipps, die es dir erleichtern, im Home-Office Arbeit von Privatem zu trennen:

  • Plane dir feste Arbeitszeiten ein, die dir als Richtlinie dienen. Damit schaffst du dir eine gewisse Routine. Körper und Geist gewöhnen sich recht schnell an diesen Rhythmus und es fällt dir leichter, dich zu konzentrieren.
  • Ziehe dir „Arbeitskleidung“ an, so als würdest du ins Büro oder zum Kunden gehen. Das mag vielleicht banal klingen, ist jedoch enorm hilfreich.
  • Richte dir, sofern möglich eine Ecke nur zum Arbeiten ein. Nimm keine Arbeit mit ins Schlafzimmer oder dorthin wo du dich bisher erholt und entspannt hast.
  • Informiere alle Mitbewohner, zu welchen Zeiten du arbeitest und dass du in diesem Zeitraum nicht gestört werden möchtest. Halte dich selbst an diese Zeiten 😉

Wenn du weitere tolle Ideen hast, freue ich mich auf deinen Kommentar.

Eigene Grenzen zu kennen, sie zu achten und in diesem Zusammenhang gut für sich selbst zu sorgen ist nicht egoistisch, sondern existentiell. – Sorge gut für dich 😊

Blog-Parade zum Thema Grenzen

Dieser Beitrag ist im Zusammenhang mit der Einladung von Inge Schumacher „Physio-Energie“ zur ihrer Blog-Parade zum Thema Grenzen entstanden. Vielen Dank, liebe Inge für diese Inspiration. 

Ursprünglich wollte ich mit einem Beitrag zum Thema „Grenzen überwinden“ und den Grenzen, die ich in meinem Leben schon überwinden durfte, an der Blog-Parade teilnehmen. 

Angesichts der aktuellen Ereignisse entstand nun jedoch der Beitrag „Gesunde Abgrenzung“. Durch die vielen Gespräche in den letzten Tagen, erkannte ich, wie wichtig dieses Thema zunehmend wird, bei mir selbst und bei vielen meiner Klienten. Deshalb nun ein Beitrag mit Tipps und Informationen zur gesunden und achtsamen Abgrenzung. 

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5 Kommentare zu „Gesunde Abgrenzung“

  1. Liebe Sylvia,
    Vielen Dank für Deinen tollen Beitrag zur Blogparade Grenzen. Du hast sehr viele wichtige Aspekte angesprochen. Wunderbar, dass Du sogar eine Übung eingebunden hast! Je besser wir spüren wo wir anfangen und aufhören desto besser lernen wir unsere Grenzen kennen.

    Mir ging es ähnlich wie Dir mit dem Zuviel an Corona-Infos. Die habe ich auch begrenzt.
    Herzliche Grüße
    Inge

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